Mehr Mut und Visionen für Köln gefordert. Einzelhandel will den Druck auf die Politik erhöhen – Diskussion im Rotonda Business-Club
Von Barbara aus der Wiesche
Der Einzelhandel will den Druck auf die Politik erhöhen, wie ein Diskussion im Rotanda Business Club ergab. Neue Konzepte sollen deutlich machen, »wie toll die Stadt ist«.
Köln - Hat Köln die Begabung, interessanter zu sein als andere europäische Städte? Moderator Helmut Frangenberg, Redakteur beim »Kölner Stadt-Anzeiger«, leitete im Rotonda Business Club eine Diskussion zum Thema »Hat die City eine Zukunft?« ein, an deren Ende klar war: Köln muss sein großes Potenzial endlich besser nutzen. Andreas Groz, Vorsitzender des Rotonda Business-Club e.V., wandte ein, auch Städte unterlägen »Wandlungen und Anfechtungen«. Deshalb sollten Bürger, die hier ein Geschäft betreiben, sich um ihre Stadt kümmern.
Köln könne sich eigentlich keine „Hinterhöfe“ wie das Opernquartier leisten, fand Michael Heller, Projektleiter für den Kölner Masterplan vom Architekturbüro Albert Speer & Partner. Die Stadt müsse der Gestaltung seiner Interventionsflächen (Ringe, Innerer Grüngürtel usw.) höhere Aufmerksamkeit widmen.
Heinrich Remagen, City-Marketing Köln, forderte mehr Konzepte wie das »Mitternachts-Shopping«, die deutlich machten, »wie toll Köln ist«. Die Stadt müsse größer denken, sie brauche Mut und Visionen.
Eine lieferte er selbst. Um Reisende künftig vom Deutzer Bahnhof schneller zum Hauptbahnhof zu befördern, könne man sie »à la Colani« entlang der Hohenzollernbrücke in „Sitzeiern“ an das andere Rheinufer »schießen«, so Remagen. »Das wäre Klasse und verrückt und würde sich finanzieren, weil es Besucher anlockt.«
Veranstaltungen seien wichtig, bestätigte Klaus-Dieter Weichbrodt, Globetrotter Köln. Es reiche nicht, morgens den Laden auf- und abends wieder zuzumachen. »Einkaufen ist mehr als Geldausgeben.« Bei vielen Mitbewerbern vermisse er Engagement, um Kunden zu begeistern. Die Innenstadt sei kein geschlossenes Ensemble, bedauerte Ralf Pütmann von der Galeria Kaufhof Warenhaus AG.
Unter anderem sprach er die uneinheitliche Weihnachtsbeleuchtung an, die Köln zum »tragischen Fall« mache. Die Politik müsse hier viel mehr Leidenschaft zeigen. Leider funktioniere die Kommunikation zwischen Kommunalpolitik und Einzelhandel überhaupt nicht, stellte Hilmar Juckel, Unternehmensberatung BBE Retail Experts,fest. Da nichts geschehe, müsse Druck aufgebaut werden. Auf die Frage von Moderator Frangenberg, ob die Stadt mehr Events brauche, sprach Remagen die verkaufsoffenen Sonntage an. Es sei ein Unding, dass sich Köln mit drei Sonntagen begnügen müsse, während die Mitbewerber ringsum an vier Sonntagen geöffnet hätten.