Stadt als Bühne

Fotografien von Karl Hugo Schmölz

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Organisation

Einführung:
Franz van der Grinten, van der Grinten Galerie, Köln

Laudatio:
Dr. Hermann Hollmann (angefragt)

Freitag | 11. September 2015 | 19.00 Uhr

Herzliche Einladung zu Vernissage mit Fotografien von Karl Hugo Schmölz.

Der Kölner Architekturfotograf Karl Hugo Schmölz (1917-1986) ist eine Wiederentdeckung der letzten Jahre. Sein Vater Hugo Schmölz (1879-1938), dessen Fotowerkstätte er ab 1938 alleine weiterführte, war Freund und Zeitgenosse von August Sander, Hugo Erfurt und Werner Mantz und in gleicher Weise wie diese Vertreter der Neuen Sachlichkeit. Was bislang in der »Genealogie« der Deutschen Fotografie gefehlt hat, nämlich das Bindeglied zwischen Neuer Sachlichkeit und deren Fortsetzung als konzeptuell aufgefasste Fotografie durch Bernd & Hilla Becher ab Ende der 60er Jahre, ist Karl Hugo Schmölz und seine Architekturfotografie aus den 50er Jahren. Er ließ die Sachlichkeit in der Dokumentation in den Begriff von Modernität in der Nachkriegszeit übergehen, und es ist kein Wunder, dass der amerikanische Architekt Richard Neutra ihn mit der Dokumentation der beiden Privathäuser in Wuppertal beauftragte, die dieser dort für Wilhelm Kemper und Günter Pescher erbaute. Und bestimmt hatte es nicht nur regionale Gründe, dass Candida Höfer bei Karl Hugo Schmölz ein Volontariat absolvierte, das sie auf das Studium bei Bernd Becher in Düsseldorf vorbereiten sollte. Allen Aufnahmen von Karl Hugo Schmölz sind die ungeheure künstlerische Qualität und ihre einzigartige technische Perfektion zueigen. Bereits zu Lebzeiten war Karl Hugo Schmölz weit über Deutschland hinaus bekannt für seine Beleuchtungstechnik, die den Bildern, insbesondere den Innenraumaufnahmen zum Teil hyperreale Schärfe und Tiefe verleiht. Zudem war die hundertprozentige Vorbereitung einer Aufnahme sein besonderes Markenzeichen, das ihn weit über viele Zeitgenossen hinaushebt. Zu dieser Vorbereitung gehörte, den Innenraum, die Passage, den Baukörper in Volumen und Wirkung genau zu erfassen, um ihn später so darstellen zu können, das nicht nur die Oberflächen abgebildet sind, sondern auch Raum und Atmosphäre. Auf Bildern von Schmölz kann man die Kühle von Metall spüren, die Weichheit von Stoff, den angenehmen Glanz von poliertem Holz, die Lichtdurchlässigkeit von Glas. Dabei erweist sich Schmölz als Genie im Umgang mit vorhandener und zusätzlicher Beleuchtung und der Mischung beider zu gegenseitiger Ergänzung. Schließlich ist die Wahl des Kamerastandpunktes, die genaue Definition der Höhe der Blickachse und die Aufnahmedauer von entscheidender Bedeutung für die Wiedergabe von räumlichen oder baulichen Situationen. Das trifft im Besonderen auf die Industriefotografien zu. Karl Hugo Schmölz nimmt mit Sicherheit innerhalb der deutschen 50er-Jahre Architekturfotografen eine besondere Stellung ein. Seine Beziehung zu Architektur, die sich natürlicherweise in der Vielzahl der Architektenfreunde widerspiegelt, ist kenntnisreich und leidenschaftlich. Dass er dafür eine sachliche Sprache entwickelt hat, macht seine überragende Bedeutung aus.
Ihr Franz van der Grinten, vandergrinten Galerie und
Oliver Groß, Rotonda Business-Club